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Seit mehr als tausend Jahren übt der Tegernsee eine magische Anziehungskraft aus. Die im Jahre 746 gegründete Benediktinerabtei in Tegernsee prägte über Jahrhunderte die Entwicklung und Geschichte rund um den Tegernsee. Als nach der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts der bayerische König das ehem. Kloster erwarb und zur Sommerresidenz umgestalten ließ, war dies auch der Beginn des heutigen Tourismus. Zahlreiche Gäste aus Adel und Hochadel aus ganz Europa besuchten den Tegernsee. Viele Künstler – Maler, Komponisten, Dichter, Schriftsteller und Sänger – zog es ebenfalls in die reizvolle Landschaft, um hier zu arbeiten und zu wohnen. Zeugnisse davon, können in verschiedenen Museen, Kirchen, sowie bei Ausstellungen, Konzerten und Veranstaltungen bewundert werden.
Das reichhaltige kulturelle Erbe aus der Klosterzeit wird weiter gepflegt und mit neuem Leben erfüllt. Weltoffen präsentiert sich das Tegernseer Tal. Aber auch die lange Tradition des Kunsthandwerks wird fortgesetzt, wie etwa die Goldschmiedekunst, Federkielstickerei oder Lüftlmalerei.
Bereits Karl Stieler meinte im 19. Jahrhundert: „Zauber der Landschaft! Diese blickt uns noch an mit den Augen ewiger Jugend, als ob die Welt seit tausend Jahren nicht älter geworden wäre.“ Dem, wie auch dem Ausspruch von Ludwig Thoma, als er in sein Haus auf der Tuften einzog, „Um mich ist Heimat“, ist auch heute, trotz zeitlicher Veränderungen, als Beschreibung des Tegernsees nichts hinzuzufügen.
Ca. 1500 v. Chr.
Schalenfund in Finsterwald. Erste Anzeichen einer Ansiedlung.
746
Gründung des Klosters Tegernsee.
1075
Erstmals wird der Name Gmund urkundlich erwähnt.
1087
Abt Eberhardt II. läßt das Steinkirchlein „St. Michael“ erbauen.
1320
Bau der ersten Straße vom Inntal über Achensee zum Tegernsee.
1400
Erste Erwähnung der Tafernwirtschaft in Gmund.
Vom Kloster Tegernsee wird ein Wirt eingesetzt.
1411
Erste Brück in Gmund. Errichtet durch die Rosenheimer Bürgerschaft, um den Verkehr mit Tirol zu erleichtern.
1520
Erste Schule in Gmund.
Dreißigjähriger Krieg 1618 – 1648.
1632
Schwedeneinfall, die Kirche wurde teilweise niedergebrannt.
1634
Die Pest wütet im Lande. Nur neun Überlebende soll es gegeben haben.
Bau einer Pestkapelle ( Maria-Hilf-Kapelle ), heutige Kriegerkapelle.
1666
Neubau eines Pfarrhofes unter Abt Ulrich III. (heutiges Rathaus seit 1968 ).
1690
Der Italiener Sciasca Lorenzo baut die Ägidiuskirche.
1793
Bau des Jagerhauses. Heutiges Heimathaus.
1803
Säkularisation. Das Ende der Klosterherrschaft.
1805
Marktrecht für Gmund (Viehmarkt) wird durch Kurfürst Max erteilt.
1808
Bayerisches Gemeindeedikt. Aus den Hauptmannschaften gibt Ostin der politischen Gemeinde den Namen.
1817
Haus Wittelsbach kauft Kloster Tegernsee und baut es zur Sommerresidenz um. Kaltenbrunn wird Mustergut.
1823
Kupfer-, Walz- und Hammerwerk an der Mangfall errichtet.
1828
Bau der Steinbrücke in Gmund, die 1945 gesprengt wurde.
1830
Beginn der Papierfabrikation an der Mangfall.
1837
Erster Viehbetrieb von der Schweiz nach Gmund durch Max Obermayr und Johann Fischbacher. Sie begründeten die Miesbacher Fleckviehzucht.
1850
Gmund wird Treffpunkt der Künstler, Dichter und Schriftsteller
1865
Die Papierfabrik darf sich den Namen „Louisenthal“ geben.
1874
Fabrikant Carl Haug übernimmt die Papierfabrik Louisenthal,
Dr. Fördereuther wird Teilhaber (1895)
1883
Eisenbahn in Gmund. Der Ort wird zum Güterumschlagplatz für das Tal.
Ein Bauboom setzt ein.
1904
Gründung der Maschinen- und Büttenpapierfabrik durch die Familien Stahl, Kohler und Pfannenberg.
1926
(2. Juli) Politische Gemeinde Ostin ändert auf eigenen Wunsch den Namen Gmund am Tegernsee.
1949
Größte Wohnungsnot in Gmund. Auf 2000 Altbürger kommen 800 Vertriebene und 700 Evakuierte. Kein Fremdenverkehr mehr.
1954
Gmund erhält ein Wappen.
1961
Giesecke und Devrient München Übernehmen die Papierfabrik „Louisenthal“
1964
Der „Ringkanal“ für Abwasser rund um den See arbeitet. Das Klärwerk geht in Betrieb.
1965
Der Tegernsee ist Trinkwassergeeignet.
1968
Die Gemeinde erwirbt den Pfarrhof und baut ihn zum Rathaus um.
1975
Gmund ist staatlich anerkannter Erholungsort.
1978
Eingemeindung Dürnbachs durch Bürgerentscheid.
1997
Einweihung des Museum im Heimathaus
Heute:
Gemeinde Gmund umfaßt 34,39 qkm Fläche.
Nahezu die Hälfte des Seeufers liegt im Bereich der Gemeinde Gmund.
Ortsteile: Dürnbach, Festenbach, Finsterwald, Moosrain, St. Quirin, Seeglas, Eck, Gasse, Ostin, Louisenthal und viele Einzelhöfe und Weiler.
Einwohnerzahl: 6112 Personen.